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Atem verbindet Körper und Geist

Ein Einblick in unser autonomes Nervensystem und die Verbindung zu unserem Atem.

Das vegetative autonome Nervensystem, kurz ANS genannt, hat die Aufgabe, unser Überleben zu sichern, und zwar ohne, dass wir darüber nachdenken müssen. Das ist wichtig, denn wenn wir z.B. als Fußgänger unterwegs sind und plötzlich ein Auto auf uns zu rast, haben wir keine Zeit zum Überlegen und Entscheiden. Hier reagiert unser ANS blitzschnell und versetzt uns in die Lage, reflexartig zur Seite zu springen. Das bedeutet, dass unser ANS bereits entschieden hat, wie unser Körper reagiert und wie wir uns fühlen, noch bevor wir eine Situation bewusst bewerten – und zwar in jeder Lebenslage. Das ANS wacht ununterbrochen auf Signale von Gefahr, Lebensgefahr und Sicherheit, die es aus unserem Geist und den Gedanken, aus unserem Körper und der Außenwelt empfängt. Entsprechend der Signale, die empfangen werden, versetzt das ANS den Körper in den Zustand, der das Überleben sichern kann. Dabei ist das Ziel des ANS immer das Gefühl der Sicherheit. Laut Polyvagal-Theorie ist das die wichtigste Voraussetzung für unser Wohlbefinden und unser inneres Gleichgewicht.

Mit unserer Atmung können wir dem ANS das Signal von Sicherheit geben. Um das zu verstehen müssen wir noch ein bisschen tiefer in die Theorie eintauchen.

Die drei Nervenzweige – der Schlüssel zur Resilienz
Das ANS besteht aus drei Nervenzweigen, die sich im Laufe der Evolution entwickelt haben. Der hintere Nervenzweig, dorsaler Vagus genannt, ist der älteste Nervenzweig. Er geht auf unsere Wirbeltiervorfahren zurück. Als nächstes ist der sympathische Nervenzweig mit seinem Mobilisierungsmuster entstanden. Ab dieser Entwicklungsstufe war Flucht und Kampf möglich. Der vordere Nervenzweig oder auch ventraler Vagus genannt, ist der neueste der drei Pfade und gibt uns die Möglichkeit für soziale Verbundenheit und Interaktion. Diesen jüngsten Nervenzweig haben nur die Säugetiere.

Unser ANS durchziehen den Körper vom Hirnstamm aus und verzweigt sich in fast allen Organen im Bauchraum. Es spielt dabei eine wichtige Rolle in der Wechselwirkung zwischen Gehirn und Organen.

Der ventrale Vagus
Wenn dieser aktiv ist, fühlen Wohlbefinden und innere Ruhe. Die Atmung ist ruhig und sanft. Wir können Verbundenheit, Vertrauen und auch Liebe spüren. Wir sind in der Lage, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, ab und zu zu geben, abzuwägen und andere Meinungen und uns zu reflektieren.Wir können lösungsorientiert und kreativ handeln und für uns oder gemeinsam mit anderen Ideen entwickeln. Wir stehen in unserer vollem Kompetenz.

Der sympathische Nervenzweig
Nimmt das ANS Signale von Gefahr wahr, wird der sympathische Nervenzweig aktiviert und bereitet uns sekundenschnell auf Flucht oder Kampf vor. Die Atmung wird schnell und intensiv. Dadurch werden Stresshormone ausgeschüttet und Muskelspannung, Herzschlag und Blutdruck steigen. Körperfunktionen wie z.B. die Verdauung oder die Fähigkeit Nachzudenken wird heruntergefahren. Die Energie geht vom Kopf in den Körper. Der Hör- und Sehsinn werden eingeengt und verändert sich. Soziale Interaktionen sind in diesem Zustand nicht mehr möglich. Wir werden hektisch, agieren aufgeregt ohne Plan und Ziel, Konflikte eskalieren schnell oder wir ziehen uns zurück und resignieren.

Der dorsale Vagus
Er wird aktiviert, wenn der Stress nicht abgebaut wird, wenn Flucht oder Kampf nicht möglich sind und somit das ANS Signale von Lebensgefahr empfängt. Wir werden in eine Starre, in die Immobilität versetzt, wir stellen uns tot. Wir stehen dann wie neben uns, sind wie betäubt, kraftlos, fühlen nichts mehr und sind nicht mehr handlungsfähig. In dem Aktivierungsmuster des dorsalen Vagus sind oft traumatisierte Menschen verhaftet.

Warum uns Entspannung oft nicht gelingt ?
Das sich im Laufe der Evolution entwickelte ANS hat unser Leben erfolgreich gesichert. Leider erweist es sich in unserer modernen Welt oft als nicht hilfreich. Psychische Belastungen, Geldsorgen, Konflikte am Arbeitsplatz, Zeit- und Leistungsdruck aber auch Krankheiten oder Einsamkeit, all das kann vom ANS als Bedrohung gedeutet werden. Das sympathische Nervensystem wird aktiviert, die Atmung wird beschleunigt und intensiviert und es werden die Voraussetzungen für Kampf und Flucht geschaffen. Aber wenn wir auf der Arbeit unter Leistungsdruck stehen, fangen wir weder an zu kämpfen, noch laufen wir schnell davon. Die Stressreaktion kann nicht abgebaut werden.

Oft erleben wir über mehrere Tage oder auch Monate hinweg Stress und es entwickelt sich eine anhaltende Stressatmung, die Blutgefäße verengt und Blutdruck und Herzschlag steigen lässt. Dies wirkt wie eine Kettenreaktion, da dies alles Signale sind die wiederum den sympathischen Nervenzweig aktivieren. Die Aktivierung des ventralen Vagus wird zur Ausnahme und die Regulation des ANS wird gestört. Dabei ist eine gestörte Regulation des ANS bei allen stressbedingten Krankheiten wie Konzentrations- und Schlafstörungen, Depressionen, Ängsten, und Burnout und Erschöpfung beteiligt.

Mit der Atempraxis zu mehr Wohlbefinden
Die gute Nachricht ist, dass wir mit unserer Atmung nicht nur den ventralen Vagus aktivieren, sondern auch unser Nervensystem nachhaltig regulieren können. In meiner Atempraxis führe ich Sie zu einer gesunden und natürlichen Atmung die Ihre Gesundheit und Lebensqualität nachhaltig verbessert.

Bringen sie Ihre Atmung wieder in Einklang mit Ihrem Körper und Geist!

In Deutschland sind jedes Jahr etwa 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das entspricht rund 17,8 Millionen betroffenen Menschen.

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